Vom kleinen Textilgeschäft auf 30 Quadratmetern bis hin zu einem der größten Spezial-Fachgeschäfte Deutschlands - die Entwicklung des Modehauses Havekost kann man ohne Übertreibung als außerordentlich bezeichnen. Elfriede und Werner Havekost haben über Jahrzehnte ihre ganze Kraft in das Geschäft gesteckt. Ihr Fleiß, ihre Ausdauer und auch ihr Mut, unternehmerische Risiken einzugehen, hat das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist. Das junge Ehepaar begann 1952 mit wenigen Artikeln wie Wäsche und Miederwaren, Aussteuerartikeln, Strickwaren und Oberbekleidung. Doch auch wenn das Geschäft noch so klein war, konnten die wenigen Regale nicht einmal gefüllt werden. „Damals haben wir Kartons mit viel Luft in die Borten gestellt, weil wir nach dem Krieg nicht viel zum Anbieten hatten“, erinnert Werner Havekost sich schmunzelnd. Aber die damalige Zeit hatte auch ihr Gutes: „Wenn an einem Tag ein Reißverschluss oder Kleidungsstück verkauft wurde, war es am nächsten Tag wieder im Geschäft. So gut funktionierte damals die Post!“, erzählt der Seniorchef. Mit dem Verkauf allein war die Arbeit nicht getan. Elfriede Havekost bestritt die Schneiderei ganz allein und arbeitete oft bis nachts um drei, während Werner Havekost für die Bilanzbuchhaltung zuständig war. Der Begriff „Wochenende“ war und ist bis heute für die beiden ein Fremdwort.