Seide (SE)

Mit dem Begriff Seide dürfen nur Textilien bezeichnet werden, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Raupen gewonnen wurden (China). Der Begriff Kunstseide (siehe unter Triacetat) ist als Textilkennzeichnung nicht zulässig.

  • Die Maulbeerseide (Zuchtseide) des Maulbeerspinners ist sehr fein, gleichmäßig, glänzt, wirkt festlich und ist weich. Sie hat ein geringes Gewicht und erfordert schonende Pflege.

    Die Tussahseide (Wildseide) des Tussahspinners dagegen zeigt unregelmäßige Fadenverdickungen und ist gröber. Sie wirkt sportlich-elegant und glänzt weniger. Sie ist im Griff etwas härter und schwerer als die Maulbeerseide.

 

Weitere Qualitätsunterschiede ergeben sich aus Länge des Seidenfadens:

  • Haspelseide ist die vom Kokon abgewickelte Endlosfaser. Sie ist besonders gleichmäßig, fein, weich und geschmeidig.

    Schappeseide besteht aus längeren Seidenfasern der Anfänge und Enden beim Abhaspeln der Kokons.

    Bourettseide sind die kürzeren Seidenfasern, die bei der Schappeseidenverarbeitung als Abfall anfallen.

 

Wegen des Preises wird Seide häufig in einer Mischung mit anderen Naturfasern und Chemiefasern verarbeitet. Neben den bekleidungsphysiologischen Eigenschaften ist es beliebt wegen sein Farbbrillanz. Verkaufsargumente für Seide:

  • hohe Feuchtigkeitsaufnahme (bis zu 30% ihres Eigengewichts)

    feiner, meist weicher Griff und fließender Stoff

    gutes Wärmerückhaltevermögen (deshalb geeignet für Winterware)

    hohe Farbbrillanz

    hautsympathisch

    hochwertiges, edles Naturprodukt

    wertvolle Außenwirkung