Feine Tierhaare

Feine Haare von anderen Tieren als dem Schaf werden ebenfalls als Wolle bezeichnet. Dazu gehören u.a. Angora, Kamel, Kaschmir, Lama, Mohair. Bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen dürfen sie auch mit dem Wollsiegel und als Reine Schurwolle bezeichnet werden. Demgegenüber gibt es grobe Tierhaare u.a. von Rind, Pferd und Ziege. Die bekleidungsphysiologischen Eigenschaften und Pflegemöglichkeiten ähneln denjenigen der Schafwolle.

Kaschmir (WS)

Die Faser stammt von der Kaschmir Ziege (Himalaja). Das dem Tier im Winter zum Schutz dienende feine Unterhaar wird im Frühjahr abgestoßen und gesammelt. Die Faser ist erheblich feiner und leichter als Schafwolle. Entsprechend dem Zustand der gesammelten Faser ist der Qualitätsunterschied sehr groß. Guter Kaschmir ist sehr leicht, knitterarm und stabil, aber weich im Griff. Entsprechend dem Wert des Stoffes ist auch der Preis hoch.

Mohair (WM)

Die Faser stammt von der Angora Ziege (USA, Südafrika). Die Angora Ziegen werden wie Schafe geschoren. Das Haar ist seidig glänzend und elastisch. Diese natürliche Elastizität wird insbesondere in Mischgeweben, auch mit anderen Wollfasern genutzt. Durch den Mohairanteil erholt sich der Stoff nach dem Tragen leicht. Er verfilzt weniger. In modischer Bekleidung wird Mohair wegen optischer Oberflächeneffekte und wegen des Glanzes eingesetzt.

Kamelhaar (WK)

Die Kamelhaarfaser für Bekleidung stammt vom zweihöckerigen Kamel (Mongolei, Westchina). Wie bei der Kaschmirziege wird das Haar im Frühjahr abgestoßen und gesammelt. Nur das feine Unterhaar darf dabei als Schurwolle bezeichnet werden. Die hell- bis braunblonden Kamelhaarfarben sind natürlich und werden häufig ungefärbt verarbeitet. Aus Preisgründen wird die Faser oftmals mit Schafwolle gemischt. Neben den bekleidungsphysiologischen Eigenschaften wird Kamelhaar auch aus modischen Farbgründen eingesetzt. Es eignet sich für Blazer, Jacken und Mäntel.